Vor einem Jahr mussten wir den schmerzhaften Gang in die 3. Liga antreten. Die Enttäuschung war gross, doch sie wurde zu unserem Antrieb. Mit einem gemeinsamen Ziel vor Augen, viel Herzblut und unermüdlichem Einsatz kämpften wir uns Spiel für Spiel zurück. Jeder Schlag, jede Abwehr und jeder Punkt brachten uns unserem Ziel näher. Nach neun erfolgreichen Meisterschaftsspielen stehen wir mit 27 Punkten, lediglich 3 Numeros und 7229 Schlagpunkten an der Spitze der Liga 3, Gruppe 3. Der Lohn für eine aussergewöhnliche Saison: der verdiente Wiederaufstieg in die 2. Liga.
Doch der Start in die Saison verlief alles andere als nach Wunsch. Auswärts gegen Steinen b. Signau B mussten wir bereits im ersten Meisterschaftsspiel das erste Numero der Saison hinnehmen. Ausgerechnet der zweitletzte Streich des Spiels wurde falsch eingeschätzt und konnte nicht mehr abgetan werden. Obwohl wir am Bock eine solide Leistung zeigten, reichte es am Ende nur zu einem Punkt, da der Gegner ohne Numero blieb. Die Enttäuschung über die knappe Niederlage war spürbar, denn den Saisonauftakt hatten wir uns anders vorgestellt.
Dennoch hatte dieser Spieltag auch einen besonderen Moment zu bieten: Mit Jörg, Bruno und Tom Ulli standen gleich drei Generationen der Familie Ulli gemeinsam für unsere Mannschaft im Einsatz.
Die Niederlage zum Saisonauftakt hätte uns aus der Bahn werfen können. Stattdessen wurde sie zum Weckruf. Die Mannschaft rückte noch enger zusammen und zeigte in den darauffolgenden Spielen eindrücklich, welches Potenzial in ihr steckt.
In den nächsten beiden Spielen meldeten wir unsere Ambitionen endgültig an. Gegen Wiler zeigten wir eine starke Mannschaftsleistung. Im Ries blieben wir makellos, während wir am Bock beeindruckende 909 Schlagpunkte erzielten. Besonders bemerkenswert: Zum ersten Mal seit 2019 durchbrachen wir die Marke von 900 Punkten. Da der Gegner einen Hornuss nicht abtun konnte, sicherten wir uns die ersten vier Meisterschaftspunkte.
Zwei Wochen später folgte gegen Winterthur der nächste Erfolg. Mit null Numeros und 822 Schlagpunkten liessen wir nichts anbrennen. Winterthur musste zwei Numeros hinnehmen, wodurch wir weitere vier Punkte auf unser Konto verbuchen konnten. Nach einem Drittel der Saison waren wir mit neun Punkten optimal auf Kurs und das Ziel Wiederaufstieg schien erstmals realistisch.
Im vierten Spiel gegen Rothrist-Olten erhielten wir jedoch einen ersten kleinen Dämpfer. Im 18er wurde ein Hornuss übersehen und musste als Numero notiert werden. Trotz dieses Rückschlags behielten wir die Nerven und konnten das Spiel dennoch gewinnen. Da auch Rothrist mit den schwierigen Bedingungen zu kämpfen hatte und sieben Numeros kassierte, gingen zwei weitere Punkte auf unser Konto.
Für einen Schreckmoment sorgte Bruno Ulli. Nach einem abgetanen Hornuss prallte dieser unglücklich ab und traf ihn am Kinn. Glücklicherweise konnte Bruno vor Ort verarztet werden und nach einer kurzen Unterbrechung weiterspielen. Ein Vorfall, der allen nochmals vor Augen führte, wie schnell im Hornussen aus einer scheinbar harmlosen Situation Ernst werden kann, falls man keinen Helm trägt.
In Spiel fünf und sechs trafen wir auf zwei Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Die Ausgangslage war klar: Wer aufsteigen will, muss gegen solche Gegner punkten.
Zu Hause gegen Burgdorf zeigten wir eine souveräne Vorstellung und gewannen das Spiel mit 0:7. Die Schlagleistung blieb zwar deutlich unter unserem eigentlichen Potenzial, dennoch reichte es problemlos für die vollen vier Punkte.
Im darauffolgenden Spiel gegen Lyss B wurde es deutlich enger. In den Schlagpunkten bewegten sich beide Mannschaften praktisch auf Augenhöhe, am Ende trennten uns lediglich 16 Punkte. Im Ries zeigten wir erneut eine starke Leistung und blieben zum vierten Mal in dieser Saison ohne Numero. Da Lyss eine 17 nicht abtun konnte, stand am Ende der nächste 4:0-Erfolg fest.
Drei Spiele vor Schluss lagen wir auf dem zweiten Tabellenrang und hatten den Aufstieg in den eigenen Händen. Die verbleibenden Gegner machten die Aufgabe jedoch nicht einfacher. Es warteten nacheinander der Viertplatzierte, der Drittplatzierte und schliesslich der Tabellenführer auf uns.
In Spiel sieben gegen Schwarzhäusern-Aarwangen mussten wir bereits im ersten Umgang ein Numero hinnehmen. Die Ausgangslage wurde dadurch deutlich schwieriger. Dank einer stabilen Leistung am Bock und dem nötigen Wettkampfglück, als wir eine 16 versenken konnten, kämpften wir uns dennoch zum Sieg. Mehrere knappe Situationen hätten das Spiel auch in die andere Richtung kippen lassen, doch an diesem Tag war das Glück auf unserer Seite. Die gewonnenen zwei Punkte sollten sich später als besonders wertvoll erweisen.
Das achte Spiel gegen Diessbach b. Büren fand mitten in einer Hitzewelle statt. Bei Temperaturen von rund 35 Grad wurde vom Gegner dankenswerterweise eine Hydration-Break organisiert. Die Bedingungen verlangten beiden Mannschaften alles ab.
Das Spiel entwickelte sich zu einem echten Spitzenkampf. Für uns hätte ein Sieg bereits den Aufstieg bedeutet, während Diessbach gewinnen musste, um sich die Chancen auf den Aufstieg zu erhalten. Beide Mannschaften blieben im Ries schadlos, sodass die Entscheidung am Bock fiel. Leider konnten wir im zweiten Umgang nicht mit der Schlagleistung des Gegners mithalten und mussten eine Niederlage akzeptieren. Dank unserer starken Riesarbeit nahmen wir dennoch zwei wichtige Punkte mit und hielten die Ausgangslage für das letzte Spiel offen.
Die Ausgangslage vor dem letzten Meisterschaftsspiel war klar: Ein Punkt fehlte uns noch zum Aufstieg. Unser Gegner Busswil b. Heimiswil hatte drei Punkte Vorsprung und den Aufstieg bereits auf sicher. Für uns bedeutete dies, nochmals alle Kräfte zu mobilisieren und die Nervosität in positive Energie umzuwandeln.
Der Start ins Spiel verlief solide. Mit 187 und 220 Punkten in den ersten beiden Riesen legten wir eine gute Basis. Im ersten Abtun blieb es zwar einige Male gefährlich, doch wir konnten alle Hornusse entschärfen. Die Stimmung war elektrisierend. Man spürte auf dem ganzen Platz, dass jeder Laufweg, jede Abwehraktion und jeder Schlag von Bedeutung sind.
Zur Halbzeit lagen wir voll auf Aufstiegskurs. Im zweiten Umgang steigerten wir unsere Schlagleistung nochmals deutlich und erreichten starke 870 Punkte. Als Busswil zusätzlich zwei Numeros hinnehmen musste, rückte der Sieg in greifbare Nähe. Im Ries zeigten wir erneut eine beeindruckende Mannschaftsleistung. Jeder kämpfte für den anderen und jeder Hornuss wurde konsequent und mit voller Überzeugung angegangen.
Als der letzte Hornuss des Tages abgetan war, stand fest: Wir hatten es geschafft. Mit dem Sieg sicherten wir uns nicht nur den Aufstieg, sondern sogar noch den Gruppensieg. Nach einer Saison voller Einsatz, Teamgeist und Leidenschaft durften wir den verdienten Wiederaufstieg in die 2. Liga ausgelassen feiern.
Bei den Einzelschlägern steht zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht fest, wie viele Punkte für eine Auszeichnung benötigt werden. Gute Chancen auf eine Ehrung dürfen sich jedoch folgende Spieler ausrechnen: Daniel Brunner (188 P.), Walter Moser (170 P.), Bruno Ulli (156 P.), Silvan Krebser (150 P.) und Martin Wenger (142 P.).
Ein herzliches Dankeschön geht an alle B-Spieler, die uns während der Meisterschaft unterstützt haben und teilweise sehr kurzfristig eingesprungen sind. Ebenso danken wir unseren beiden Nachwuchsspielern Richard Käser und Adrian Krebser, die bei einem Grossteil der Meisterschaftsspiele zum Einsatz kamen und insbesondere im Ries wertvolle Unterstützung leisteten.
Die Meisterschaft ist zwar beendet, die Saison jedoch noch nicht. Mit den Hornusserfesten in Lyss und Lyssach stehen die nächsten Höhepunkte bereits vor der Tür. Dort kämpfen die A- und B-Mannschaft um Kränze, Auszeichnungen und unvergessliche Momente. Nach dem gelungenen Wiederaufstieg dürfen wir diese Anlässe mit Stolz, Selbstvertrauen und grosser Vorfreude in Angriff nehmen.